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17. September 2005

Leo Dautzenberg kam 2002 auf über 50 Prozent

Samstag, 17. September 2005 Heinsberger Nachrichten

Vor dem spannungsgeladenen Sonntag ein Blick zurück auf die letzte Wahl vor drei Jahren: Christdemokratischer Kandidat deutlich stärker als seine Partei. Wohin wandern die Grünen Erststimmen? Wem nimmt die Linke Punkte ab?
Kreis Heinsberg. An diesem Sonntag ist es soweit: Die mit Spannung erwartete Bundestagswahl findet statt. Der Kreis Heins-berg bildet mit seinen zehn Städten und Gemeinden und – nach Angaben der Kreisverwaltung – rund 185 000 Wahlberechtigten den Wahlkreis 90. Für alle Wahlberechtigten, die nicht die Möglichkeit der Briefwahl genutzt haben, besteht am Sonntag von 8 bis 18 Uhr die Chance zur Stimmabgabe in den insgesamt 193 Wahllokalen. Ab 18 Uhr laufen dann im Kreishaus in Heinsberg an der Valkenburger Straße alle Fäden zusammen. Der große Sitzungssaal wird wieder in ein Informationszentrum umgewandelt. Dort werden nicht nur Politik, Presse und Verwaltung, sondern auch alle interessierten Bürger den aktuellen Stand der Auszählungen verfolgen können – dank Verbindung zum Rechenzentrum in Aachen. Unter www.kreis-heinsberg.de wird aber auch im Internet ein Link zu den aktuellen Resultaten eingerichtet.
Jeder Wahlberechtigte hat bei der Bundestagswahl zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird der gewünschte heimische Wahlkreisbewerber gewählt. Mit der Zweitstimme für die Landesliste einer Partei entscheidet der Bürger mit über die Zusammensetzung des Parlaments.
Fünf Bewerber
Fünf Bewerber um das Direktmandat gibt es im Kreis Heins-berg: Norbert Spinrath, Polizeibeamter aus Geilenkirchen, für die SPD; Leo Dautzenberg, Diplom-Betriebswirt und Mitglied des Bundestages aus Heinsberg, für die CDU; Felix Becker, Landschaftsarchitekt aus Wegberg, für die FDP; Christa Maria Frohn, Hausfrau aus Wassenberg, für die Linke; Helmut Peter Gudat, Kaufmann aus Hückelhoven, für die NPD.
16 Landeslisten
In der rechten Spalte auf dem Stimmzettel umfasst das Angebot insgesamt 16 Parteien. Dort tauchen dann auch die Bündnis 90 / Die Grünen auf, die diesmal ohne Wahlkreiskandidat sind, aber Republikaner, Tierschutzpartei, Familien-Partei, die Grauen, die Partei Bibeltreuer Christen, Zentrumspartei, Bürgerrechtsbewegung Solidarität, „Ab jetzt . . . Bündnis für Deutschland“, MLPD und PSG sind ebenfalls nur in dieser Rubrik zu finden.
Bei der letzten Bundestagswahl vor drei Jahren, am 22. September 2002, wurde der Wahlkreis mit 50,3 Prozent souverän von Leo Dautzenberg (CDU-MdB seit 1998) gewonnen, der sogar deutlich besser abschnitt als seine Partei bei den Zweitstimmen: Die Union verzeichnete im Kreis Heins-berg 45,5 Prozent.
Die SPD kam 2002 auf 36,9 Prozent für ihren Wahlkreisbewerber Dr. Christoph Zöpel und 35,9 Prozent für die Landesliste. Die FDP landete vor drei Jahren mit Hans-Josef Laumanns bei 6,1 Prozent Erst- und 9,5 Prozent Zweitstimmen. Eine der spannenden Fragen im Kreis Heinsberg lautet: Wohin wandern die Erststimmen aus dem Grünen Lager? Vor drei Jahren waren dies immerhin 7972 (oder 5,8 Prozent) für Christa Nickels. Ihre Partei kam bei den Zweitstimmen seinerzeit auf 5,7 Prozent. Und wem wird die Linke Prozentpunkte abnehmen? 2002 war nur die PDS allein angetreten: mit 1,1 Prozent Erst- und 0,9 Prozent Zweitstimmen im Kreisergebnis. Jetzt bilden PDS und WASG die Linkspartei. Auf wessen Kosten wird ihr erwarteter Stimmen- und Prozentpunktezuwachs gehen?
Zweimal ein Kreuz
Die Wahlbeteiligung lag 2002 im Kreis bei 80,0 Prozent. Von 181 929 Wahlberechtigten nutzten 145 496 ihr demokratisches Grundrecht. Allerdings: 2409 Erststimmen (1,7 Prozent) und 2107 Zweitstimmen (1,4 Prozent) waren ungültig. Deshalb noch einmal der Hinweis: In jeder der beiden Spalten auf dem Stimmzettel nur jeweils einen Wahlkreisbewerber beziehungsweise eine Partei ankreuzen – anderenfalls ist die Stimme ungültig!
Das vorläufige Endergebnis für den Wahlkreis wird Landrat Stephan Pusch als Kreiswahlleiter am Sonntagabend im Kreishaus verkünden, das endgültige wird vom Kreiswahlausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Septem-ber, um 15 Uhr festgestellt. (disch)