Dienstag, 7. Februar 2006 Heinsberger Nachrichten
Gemeinsame Mitgliederversammlung von WASG und Linkspartei in Orsbeck
Kreis Heinsberg. Vom Grundsatz her ist man sich einig: Wenn sich die linken Kräfte im Land vereinigen und eine breite Front bilden würden, entspräche dies dem Wählerwillen und stärke den Einfluss auf das politische Geschehen. Nur wie soll solch ein Prozess in der Praxis aussehen? Eine gemeinsame Mitgliederversammlung in Wassenberg-Orsbeck nutzten die Kreisverbände der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) und der Linkspartei, um darüber zu diskutieren.
Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, so der Tenor, dass eine Partei die andere „schlucke“ – da sei es angeraten, auf gegenseitige Empfindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Die Vision eines „Bollwerks“ sozialistischer Prägung beschrieb Wolfgang Zimmermann, der nordrhein-westfälische WASG-Landesvorstandssprecher. „Wenn man das Ziel hat, diese neoliberale Politik zu ändern, dann sollte man zusammengehen.“ Zimmermann riet, unter anderem auch Friedens- und Erwerbsloseninitiativen in einen „Diskussionsprozesses auf allen Ebenen“ einzubeziehen. Die Möglichkeit einer Doppelmitgliedschaft lehnte er ab. „Der politische Wille muss sein, eine neue Partei in Deutschland zu gründen.“ Besonders wichtig sei es dabei, geschlossen in der Öffentlichkeit aufzutreten. Meinungsunterschiede über bestimmte Sachfragen wertete er als ganz normal – die gebe es in anderen Parteien auch. „Gegensätze wird es immer geben“, machte sich Andreas Heidrich, der Kreisvorsitzende der Linken, keine Illusionen. Dennoch trat er dafür ein, „die Verschmelzung so schnell wie möglich voranzutreiben“. Christa Frohn, die sich als Direktkandidatin um ein Bundestagsmandat beworben hatte, betonte: „Ich habe die Fusion im Kopf schon vollzogen.“
Von einer „historischen Chance“ sprach ein weiterer Teilnehmer, ein anderer ließ wissen: Der Diskussionsprozess diene der „kritischen Selbstfindung“ – nur so könne eine lebendige Politik betrieben werden.
In seinem Vortrag über praktische Schritte der Zusammenarbeit am linken Niederrhein empfahl Hans Ulrich Kneip, der stellvertretende Kreissprecher der Wahlalternative in Viersen, ein gemeinsames Internetportal zu schaffen, Synergieeffekte zu nutzen sowie Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung zu verstärken. (val)