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Autoren: Matthias Degen und Martin Suckow
21. Oktober 2007 Autoren: Matthias Degen und Martin Suckow

Links oder nicht links

21.10.2007 WDR Fernsehen WESTPOOL Sendemanuskript Autoren: Matthias Degen und Martin Suckow

Das Programm der Linken ist verabschiedet. Das erklärte Ziel: Düsseldorf, der Einzug in den Landtag. Doch was ist das für eine Partei? Wofür steht die Linke?

O-Ton: Gregor Gysi, Die Linke:
"Wir glauben nicht an die Regulierung, noch an Sozialabbau, noch an Privatisierung. Und bei der Privatisierung, um das klar zu sagen, geht es uns nicht um eine Verstaatlichung von allem. Wir wissen schon das die Marktwirtschaft ihre Vorteile hat in Richtung Qualität und Preise. Es geht uns um die öffentliche Daseinsvorsorge."

O-Ton: Hannelore Kraft, SPD
"Sie versucht links zu sein, aber sie ist nicht links regierungsfähig, sondern sie ist linkspopulistisch. Und ich glaube, die Menschen werden merken, dass man mit diesen Ansätzen; Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, dass man damit heute keine Politik machen kann. Dass das nicht zum Wohle der Menschen ist."

O-Ton: Hendrik Wüst, CDU
"Die stehen für mehr Staat, für mehr Schulden, für Zentralismus, für schlechtere Schulen, für mehr Probleme bei der Kinderbetreuung anstatt für Individualität. Also von denen ist nicht viel Gutes zu erwarten."

O-Ton: Wilfried Schmickler, Kabarettist:
"Einfach nur ein bisschen frischen Wind hier in Nordrhein- Westfalen. Einfach nur ein bisschen aufmischen, die politische Situation. Das eine fünfte Kraft reinkommt in die doch recht festgefügten Verhältnisse hier. Und das diese Verhältnisse so ein bisschen in Bewegung geraten."

Links zu sein scheint fast eine Mode. In Zeiten von Globalisierung, von Massenentlassungen und von HartzIV sind viele Menschen verunsichert. Was ist denn heute für die Bürger überhaupt links?

O-Ton: Norbert Hüsson, Malermeister:
"Das man wieder in Richtung Umverteilung, mehr Staat, weniger Privat geht. Und einfach Forderungen aufstellt, die der Staat letztlich bezahlt und damit Defizite wieder größer werden."

O-Ton: Holger Vermeer, Gewerkschafter:
"Und das man ja auch für Arbeitnehmer wieder eine gerechte Politik macht. Das man insgesamt die Verteilung innerhalb der Gesellschaft wieder vernünftig organisiert. Das ist in deutliche Schieflage geraten."

O-Ton: Paula Niemeier, Studentin:
"Jemand der vielleicht besonders originell ist und aus dem Rahmen fällt, ist linker als jemand der mit einer Krawatte und einem Hemd rumläuft und dann damit ist man schon links. Egal was man eigentlich denkt."

O-Ton: Wilfried Schmickler, Kabarettist:
"Links ist auf jeden Fall mittlerweile konservativ. Links ist mittlerweile nicht mehr radikal extrem und alles in Fragen stellend, sondern manchmal habe ich den Eindruck, links ist mittlerweile wirklich das Bewahrende, das Konservative und das Zurückblicken auf Werte, die wichtig sind für das Überleben dieser Gesellschaft."

Die Parteien suchen Antworten. Schärfen ihr soziales Profil. Doch wer ist eigentlich heute links?

O-Ton: Gregor Gysi, Die Linke:
"Na wir! Wir sind ja auch ein bisschen frech. Wir haben uns ja nicht Eine Linke genannt, sondern Die Linke."

O-Ton: Hannelore Kraft, SPD:
"Die SPD! Weil wir die Partei sind, die sich um die soziale Gerechtigkeit kümmern."

O-Ton: Hendrik Wüst, CDU:
"Wer sich um die einfachen Leute kümmert, um die kleinen Leute, um die Arbeiter mit ihren Ängsten und Nöten, mit ihren selbstverständlichen Problemen des alltäglichen Lebens, war nie links, der ist nie links und dafür braucht man auch keine Linke."

O-Ton:
Wilfried Schmickler:
"Oh ja das ist das Problem. Ich glaube jeder, der es von sich behauptet. Und das ist das Problem, weil so viele es behaupten."

An diesem Wochenende hat sich die Parteienlandschaft in Nordrhein-Westfalen entscheidend geändert. Ein neuer Mitspieler hat die Bühne betreten. Und sorgt ab jetzt für noch mehr Unruhe nicht nur links.

 

 

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