Nachdem sich bereits die Bürgermeister einstimmig gegen eine Beratungsstelle ausgesprochen haben, nimmt der Kreisausschuss die Haltung der Verwaltung zur Kenntnis, derzeit von der Errichtung einer solchen Stelle abzusehen
Kreis Heinsberg. Der Kreis Heinsberg gehört zu den wenigen Kreisen in Nordrhein-Westfalen ohne eigene Verbraucherberatungssstelle. Und dies wird vorerst so bleiben. „Aus unserer Sicht passt eine neue Verbraucherberatungsstelle nicht in die finanzielle Landschaft, derzeit jedenfalls nicht.“ Mit diesen Worten unterstrich Landrat Stephan Pusch (CDU) gestern Abend in der Sitzung des Kreisausschusses die Haltung der Kreisverwaltung, dass derzeit von der Errichtung einer solchen Stelle abgesehen werden sollte.
Nach einem Antrag der Grünen hatte der Kreisausschuss im September die Verwaltung beauftragt, die Voraussetzungen zur Errichtung einer Beratungsstelle zu prüfen und dem Kreistag ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Die Verwaltung berichtete nun in der Vorlage für den Ausschuss von einer Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten im November. Die Bürgermeister hätten sich einstimmig gegen eine Beratungsstelle ausgesprochen. Die Städte und Gemeinden seien weder bereit, den kommunalen Kostenanteil an einer Beratungsstelle unmittelbar zu übernehmen noch diesen über die Kreisumlage zu tragen. Es sei zu berücksichtigen, dass der Kreis bereits heute erhebliche Mittel für die Schuldnerberatung zur Verfügung stelle. Zudem handele es sich nach Auskunft der Verbraucherzentrale NRW beim Großteil der an die Beratungsstellen herangetragenen Fragen um solche, die sich auf einen finanziellen Bagatellbereich erstrecken würden, war in der Vorlage weiter zu lesen. Eine rechtliche Beratung lasse sich in diesen Fällen auch über die im Kreis niedergelassenen Rechtsanwälte kostengünstig und schnell abwickeln. Da der Aufbau einer effektiven Beratungsstelle der Unterstützung der kreisangehörigen Kommunen bedürfe und darüber hinaus viele Anfragen über vorhandene Beratungsangebote abgedeckt werden könnten, schlug die Verwaltung dem Kreisausschuss einen ablehnenden Beschluss vor.
Von diesem Negativvotum wurde letztlich aber – vor allem auf Drängen der Grünen Maria Meurer – einvernehmlich abgesehen. Die Vorlage der Verwaltung wurde „zur Kenntnis genommen“. Ohne Beschlussfassung werde auch keine Beratungsstelle eingerichtet, konnte der Landrat mit dieser Vorgehensweise leben.
Die Grüne Maria Meurer hatte unter anderem darauf verwiesen, dass sich in der Landesförderung nach der Landtagswahl im Mai eine neue Situation ergeben könne. Michael Stock von der SPD und auch Dieter Meurer von der Linken hatten die Bedeutung und den Nutzen der Verbraucherberatung als niederschwelliges Angebot für die Bürger betont. Hingegen erklärten Norbert Reyans (CDU) und Stefan Lenzen (FDP), dem Kreis stehe momentan für eine solche Einrichtung das erforderliche Geld einfach nicht zur Verfügung. (disch)<//span><//span> |