Sa, 21. Feb. 2009 Heinsberger Nachrichten / Heinsberger Zeitung
Probleme alter Menschen und Jugendlicher Schwerpunkte im Programm
Von Norbert F. Schuldei
Hückelhoven. Die Partei Die Linke wird in Hückelhoven in allen 22 Wahlbezirken mit einem eigenen Kandidaten antreten. Die Nominierung, so der Hückelhovener Sprecher der Linke, Manfred Hemmerle, soll auf einer Mitgliederversammlung im März erfolgen.
Als Schwerpunkte der Themen, die die Linke in Hückelhoven im Wahlkampf thematisieren will, nennt Hemmerle die behindertengerechte Fortentwicklung der Infrastruktur in der Stadt sowie die Einrichtung einer Gesamtschule im Nordkreis.
„Man muss realistisch sein und erkennen, dass Ratsfraktionen nicht in der Lage sind, die Arbeit der Verwaltung zu ersetzen“, sagt Hemmerle. Deshalb komme es um so mehr darauf an, dass eine aufmerksame Opposition dafür sorgt, dass die Entscheidungen im Rat und der Verwaltung für die Bürger durchschaubar gemacht würden.
Was will Die Linke konkret thematisieren, wenn sie bei der Kommunalwahl den Sprung in den Hückelhovener Rat schafft? „Wir fordern beispielsweise die Absenkung der Bürgersteige im Stadtgebiet von Hückelhoven, damit auch ältere Leute sich beschwerdefrei bewegen können“, sagt Hemmerle. Es sei nicht selten, dass ältere Menschen auch in Hückelhoven vom Alltagsleben ausgegrenzt würden. Auch, weil die Geschäfte noch immer aus dem Zentrum ausgelagert würden.
„Sozialpass“ für Jugendliche
Auf der anderen Seite hätten auch Jugendliche in Hückelhoven Probleme, sich wiederzufinden oder ihren Interessen außerhalb von Schule und Ausbildung nachgehen zu können: „Beim Freizeitangebot ist doch hier tote Hose“, glaubt Hemmerle. Er plädiert dafür, eine Art „Sozialpass“ für Jugendliche einzuführen: „Damit auch Kinder von Hartz IV-Empfängern bei zum Beispiel in Sportvereinen nicht ausgegrenzt werden, nur weil ihre Eltern den Beitrag nicht bezahlen können.“
Das Eintreten für die Schaffung einer Gesamtschule im Nordkreis ist für Manfred Hemmerle und Die Linke eine sich selbst ergebende Notwendigkeit: „In Hückelhoven hätten 112 Eltern ihren Willen bekunden müssen, ihr Kind auf eine Gesamtschule zu schicken. Es waren 210, also fast doppelt so viel.“ Er bezeichnet es als „unverantwortlich“, wie in Hückelhoven mit dem Elternwille umgegangen werde.
Etwa 30 Mitglieder zählt die Partei Die Linke in Hückelhoven derzeit. Die, die aktiv politisch arbeiten, sind sicher, dass ein paar von ihnen im neuen Stadtrat sitzen werden.