11. Februar 2009
Linke will zwei Plätze im Stadtrat
Mittwoch, den 11. Februar 2009 Rheinische Post Erkelenz
VON CARSTEN PREIS
ERKELENZ Die Partei „Die Linke“ tritt bei den kommenden Kommunalwahlen zum ersten Mal in Erkelenz an. Ursprünglich wollte sie auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen, doch Ortsgruppensprecher Siegfried Otto nahm seine Kandidatur jedoch aus persönlichen Gründen zurück. Und so wählten die Mitglieder am Montagabend nur ihre Kandidaten für die Wahlbezirke und die Reserveliste.
Lobby für die Ignorierten
„Wir sehen uns als Lobby für diejenigen, die von den etablierten Parteien nicht vergessen, sondern ignoriert werden“, sagte Otto im RP-Gespräch. 8900 Arbeitslose im Kreis seien 8900 zu viel, meinte er. Die Linke fordere Entlastung der sozial Schwachen. Die Partei setze sich beispielsweise für kostenloses, warmes Mittagessen für alle Kinder in Schulen und Kindergärten ein. Den Antrag auf kostenlose Schulbücher für Hartz IV-Empfänger werde man erneut stellen, sagte Otto. Außerdem setze man sich für einen Sozialpass ein, der es dem Inhaber ermögliche unentgeltlich ÖPNV, Büchereien und Schwimmbäder zu nutzen. Die „unsoziale Politik der etablierten Parteien“ dürfe nicht so weitergehen, sagte Otto. Vorschläge, wie die Forderungen der Linken gegenfinanziert werden sollen, finden sich im Kurzwahlprogramm der Linken nicht. Entgegen mancher Meinung sei die Linke nicht gegen eine Diskothek in Erkelenz, sagte Otto weiter. Den Platz am Bahnhof aber halte er für inakzeptabel.
Die Linke als Partei ist bekanntlich noch sehr jung. Der Erkelenzer Ortsverband gründete sich am 26.November 2007. Seitdem habe man regen Zulauf erhalten, sagte Otto. Inzwischen bringe man es auf etwa 25 Mitglieder in Erkelenz. Ziel des Wahlkampfes seien zwei Plätze im Stadtrat. Das sei natürlich nach oben offen, meinte Otto mit einem Lächeln. Über die Zukunft der Partei mache er sich keine Sorgen. Viele seien mit der derzeitigen Politik unzufrieden, auch und vor allem junge Wähler. Deshalb sieht er in Erkelenz ein großes Wählerpotenzial.
Viele Ex-SPD-Mitglieder
Wie viele in der Partei war Otto früher bei der SPD, wechselte dann zur WASG und ist nun, nach der Fusion, bei der Linken aktiv. Die ersten Plätze der Reserveliste belegen Siegfried Otto, Anja Schultz, Udo Thelen, Andreas Schultz, Ernst Manstein, Manuela Studtberg, Dieter Studtberg, Manfred Brüter und Vera Sandkühler. Der dritte Platz der Liste bleibt vorläufig frei.