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30. Oktober 2009

Listen sorgen für Klarheit

Fr, 30. Okt. 2009
Heinsberger Nachrichten / Lokales / Seite 13

Erkelenz. Die Fronten waren schnell geklärt bei der Wahl der zwei Stellvertreter von Bürgermeister Peter Jansen bei der konstituierenden Sitzung des Erkelenzer Stadtrates im Alten Rathaus. Eine Listenverbindung von CDU, SPD und Freie Wähler schlug Astrid Wolters vor, eine Liste von Grünen, FDP, Bürgerpartei und Linke stellte Christel Honold-Ziegahn auf. Rein rechnerisch standen somit 31 Stimmen wegen des krankheitsbedingten Fehlens von Peter Fellmin (SPD) 18 Stimmen gegenüber. Die Grüne Honold-Ziegahn erhielt in der geheimen Abstimmung sogar 19 Stimmen. Vermutlich hat der NDP-Vertreter im Stadtrat sein Herz für die Grünen entdeckt, während die SPD-Frau Wolters die 31 Stimmen „ihrer“ Liste auf sich vereinte.

Im Vorfeld der Wahl war schon viel gemunkelt, taktiert und verhandelt worden. Nach der Wahl der Stellvertreterinnen gab es die Bestätigung für die Annahme, dass Bündnisgrüne und Bürgerpartei ein inniges Verhältnis eingegangen sind. Als ein Herz und eine Seele präsentierte die Grüne Beate Schirrmeister-Heinen die Liaison und hielt sich auch mit „Liebesbeweisen“ nicht zurück. Die Sprecherin der Grünen bescherte der vierköpfigen Fraktion der Bürgerpartei nicht nur einen Ausschussvorsitz, sondern schenkte ihr auch noch einen, eigentlich der grünen Fraktion zustehenden, Sitz im Bauausschuss. Dieser Ausschuss steht demnächst unter dem Vorsitz des Bürgerparteilers Karl-Heinz Frings.

Vornehme Zurückhaltung bei dieser bunten Liste übte die fünfköpfige FDP-Fraktion. Sie reklamierte keinen der vier dieser Liste zustehenden Ausschussvorsitze für sich. Auch verzichtete sie darauf, sich als Einzelfraktion um einen Vorsitz zu bemühen, den sie nach dem Stimmenverhältnis im Rat erhalten hätte. Die FDP schwieg und lehnte es ab, politische Verantwortung in einem Ausschuss zu übernehmen und sich mit einem Vorsitz zu profilieren.

Gerne Verantwortung übernommen hat der wiedergewählte Bürgermeister Peter Jansen. Er wurde zu Beginn der Sitzung vom Altersvorsitzenden Siegfried Otto (Die Linke) in das Amt eingeführt, das er zunächst für weitere sechs Jahre bekleiden wird. Es werde eine problematische Zeit werden, meinte Jansen in seiner Antrittsrede. Der Stadtrat habe in den vergangenen fünf Jahren sehr viel erreicht dank einer sachlichen und guten Zusammenarbeit. Er biete auch für die Zukunft „uneingeschränkt eine sachliche Zusammenarbeit“ an. „Die Arbeit wird nicht weniger und nicht einfacher werden. Es kommen schwierige Zeiten auf uns zu wegen der wirtschaftlichen Krise und der demografischen Entwicklung.“

Alle Ratsmitglieder seien in ihrer Arbeit „zum Wohle der Stadt Erkelenz“ verpflichtet, betonte Jansen. Das Gute von Erkelenz müsse erhalten bleiben und die Stadt weiterentwickelt werden. „Es lohnt sich, sich für die Stadt Erkelenz einzusetzen“, sagte der Bürgermeister. Wie weit der Einsatz jedes einzelnen Ratsmitglieds zum Wohle der Stadt Erkelenz geht, werden die nächsten Sitzungen zeigen. Dann muss sich erweisen, wie belastbar die CDU-SPD-Annäherung ist und wie sich die Beziehung zwischen Bürgerpartei und Bündnisgrünen entwickelt. (kl)
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