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30. April 2010

„Politisches Speed-Dating“

Fr, 30. Apr. 2010
Heinsberger Nachrichten / Lokales / Seite 22 

Landtagskandidaten stellen sich in Millich auf Einladung des Aachener Diözesanverbandes vom BDKJ den Fragen von Jugendlichen aus dem Kreis

Kreis Heinsberg. Politiker hautnah waren im Millicher Schützenheim zu erleben. Denn Landtagskandidaten stellten sich den Fragen von Jugendlichen. Auf ein Podium wurde verzichtet, dafür hatten die Jugendlichen wie beim Speed-Dating die Möglichkeit ,jedem Kandidaten persönlich gegenüberzustehen und zu befragen. Eingeladen hatte der Aachener Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Neben rund 30 Jugendlichen aus dem Kreisgebiet waren Ulla Meurer (SPD), Dr. Gerd Hachen (CDU), Dr. Ruth Seidl (Grüne) sowie Michael Schreiner und Olaf Renner (Die Linke) der Einladung gefolgt.

Während an Seidls Tisch über Klimapolitik geredet wurde, erklärte Hachen ein paar Schritte weiter gerade die Positionen der Landesregierung in der Schulpolitik. Gleich nebenan war auch die SPD-Kandidatin Meurer bei der Schulpolitik. Da wurden konkret die Aufstiegschancen von Hauptschülern besprochen. Auch die Linken Schreiner und Renner wurden konkret gelöchert. So mussten sie erklären, welchen Sinn die Verstaatlichung der Energieunternehmen habe. Dabei zeigten sich die jungen Gesprächspartner durchaus gut informiert.

Nach zehn Minuten gab der jugendpolitische Referent des BDKJ, Peter Maxein, ein Zeichen – und die Tische wurden gewechselt. Auf jedem Tisch hatten die vorherigen Gesprächspartner ihre Positionen in Stichworten auf der Papiertischdecke hinterlassen. Das ging von simplen Statements wie „G8 ist sch . . .“ bis zu begründeten Bekenntnissen zu den Kopfnoten durch die Jugendlichen. Denn natürlich stand die Schulpolitik ganz oben auf der Themenliste. Trotz der teilweise ernsten Themen wurde an den Tischen auch viel gelacht. Der BDKJ-Ehrenamtler Daniel Esser erklärte, dass man sich bei der Planung für dieses interaktive Verfahren mit dem Namen „World Café“ entschieden habe, um den Jugendlichen die Angst zu nehmen, vor einem großen Podium ihre Fragen zu stellen. „Die entspannte Atmosphäre an den Tischen fördert den direkten Austausch“, betonte er. Eine Rechnung, die im Schützenheim aufging.

Abschließend zeigten sich alle Politiker begeistert. Im seltenen Konsens mit CDU und Linken erklärte Ruth Seidl von den Grünen, dass sie sich über eine Wiederholung des „politischen Speed-Datings“ freuen würde. Auch die Jugendlichen waren zufrieden mit der Veranstaltung und der Möglichkeit, einmal den Menschen hinter dem Wahlplakat persönlich kennenzulernen. (hewi)
 


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