Mi, 31. Mär. 2010 Heinsberger Nachrichten
Zwei Neulinge mit ersten Ratserfahrungen
Wegberg. Der Wegberger Stadtrat hat seit der Wahl zwei neue Gesichter, die für zwei neue Parteien stehen: Detlef Kuhr (Linke) und Sandra Nelsbach (UWG). Nach den ersten drei Monaten im Rat berichten sie über ihre politischen Ziele für dieses Jahr.
Nelsbach hatte in der CDU ihre politische Heimat, die sie vor drei Jahren verließ. „Ich bin unabhängig und will Politik für Wegberg machen“, erklärt die 39-Jährige. Deshalb werde es auch keine Gemeinschaften mit anderen Fraktionen geben, obwohl diese für die fraktionslose Ratsfrau auch Vorteile hätten. Zu ihren politischen Zielen gehört das „gläserne Rathaus“. Deshalb setzt sie sich für mehr Transparenz ein, unter anderem mit einem Antrag, nach dem die Ratsmitglieder und Wahlbeamte ihre Bezüge offen legen sollen. „Bürgeranliegen dürfen im Rathaus nicht unter den Tisch gekehrt werden“, betont sie. Ein weiteres Thema, das sie in diesem Jahr auf der Agenda stehen hat, ist ein familienfreundliches Müllsystem. Auch zum Eisernen Rhein wünscht sie sich von der Stadt ein „aktiveres Vorgehen“. Einen ersten Erfolg kann sie schon verbuchen, denn auf ihren Antrag hin wurde die Friedhofsordnung dergestalt geändert, dass Reihengräber reserviert werden können. Dies war zunächst in der Friedhofsordnung nicht vorgesehen.
Politisch links steht Nelsbachs rechter Sitznachbar im Rat, Detlef Kuhr. Der 63-jährige Maurer aus Arsbeck sieht vor allem im Sozialen Handlungsbedarf. „Die Arbeit der Tafel in Wegberg sollte die gebührende Anerkennung und Unterstützung bekommen“, erklärt er. Auch beim Schokoticket für Schüler sieht er die Stadt in der Pflicht. Einen Streetworker müsse es geben. Zu diesem Thema hofft er auf einen breiten Konsens der Ratsparteien und der Verwaltung. Neue Impulse müsse es zum Thema Heider Straße 200 in Arsbeck geben.
Dabei sei er zur themenbezogenen fraktionsübergreifenden Zusammenarbeit bereit, erklärt Kuhr. „Ich spreche mit jedem und höre mir alles an“, betont er. (hewi)