Zurück zur Startseite
5. Mai 2010

Bauern für B 221n-Alternative

Auch die Landwirtschaft will gegen den Verlauf der geplanten Umgehung Orsbeck/Unterbruch notfalls klagen. Die Landwirte setzen sich für eine Straßenführung auf der Ortsgrenze zwischen Wassenberg und Hückelhoven ein.
VON ANGELIKA HAHN

ORSBEck Die vom Bau der B221n-Umgehung betroffenen Landwirte im Rurtal wollen mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Verwirklichung der aktuellen Trassenvariante, der sogenannten Bürgermeistertrasse, zwischen der L117 und Unterbruch kämpfen. ?Wir sind nicht gegen die Umgehungsstraße, wollen auch Land dafür hergeben. Nicht akzeptabel aber ist die jetzige Bogenführung?, sagt Hermann Louis, Landwirt aus Orsbeck-Luchtenberg, im RP-Gespräch.


Er berichtet als Vertreter der örtlichen Landwirtschaft über eine Ortsbegehung mit Kreislandwirt Hans-Gerd Joeris, zugleich Heinsberger Ratsherr. Auch er unterstütze die Werbung der Landwirte für eine Trassenvariante (fast) genau auf der Stadtgrenze zwischen Hückelhoven und Wassenberg. Bei dieser über einen Kilometer kürzeren und damit weniger Land verbrauchenden Straßenführung, die die Landwirtschaftskammer seit langem favorisiere, wären keine Anwohner durch riesige Lärmschutzbauten oder Brücken belästigt und das geplant 800 Meter lange Brückenbauwerk über die Rur könnte einer kleinen Alternative weichen.


?Bei dieser Linienführung wird der Hochwasserbereich nicht mehr tangiert?, sagt Louis in einer vom Kollegen Willi Tillmanns (Orsbeck) mit unterzeichneten Stellungnahme. Eine Tieflage der Straße zwischen Luchtenberg und Ratheim sei sinnvoll, der Aushub könnte im Tal als natürlicher Lärmschutz angeschüttet werden, lediglich Flutöffnungen wären erforderlich, erläutern die Landwirte. Das angrenzende Rurtal könnte bis zur Stadtgrenze Hückelhovens als Ausgleichsfläche aufgeforstet werden.


Deutlich machte Louis im RP-Gespräch, dass die Landwirtschaft der bislang von den Naturschutzverbänden vertretenen Trasse nahe Garsbeck ebenso kritisch gegenüberstehe, da auch hier Anwohner betroffen wären. Die von der Landwirtschaft gewünschte Variante nehme Hückelhovener Gebiet nur in einem kleinen Zipfel nahe der L 117 in Anspruch.


Mit Nachdruck wollen sich die Landwirte auch für eine planerische Verbindung der B221n und der Ortsumgehung L117 Ratheim über die alte Bahntrasse einsetzen. Dazu wäre die B 221n hinter Myhl südlich zu verschieben - auf rein Wassenberger Gebiet, wie Louis betont.


Er kündigt Schreiben der Landwirte an alle mit der Straßenplanung befassten Ministerien an. Die Landwirtschaft erwarte ein Eingreifen von Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg. ?Im Interesse einer schnellen Verwirklichung der B221n sollte es die Aufgabe der Ministerien sein, Wassenberg und Hückelhoven zu einer Einigung zu bewegen?, sagt Louis. ?Gegen die Bürgermeistertrasse im Rurtal würden wir klagen.?


Die Wassenberger Ratsfraktion ?Die  Linke? will nach Auskunft von Sprecher Wolfgang Feix mit einem Antrag das Thema B 221n-Trassenalternativen in den Rat bringen.

 

- /ANGELIKA HAHN

Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Erkelenz
Ausgabe: Nr.104
Datum: Mittwoch, den 05. Mai 2010
Seite: Nr.20