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14. November 2009

Schüsse oder „Sachbeschädigung“?

VON STEFAN CLAASSEN


hückelhoven In der Nacht von Montag auf Dienstag, 9. und 10. November, sollen auf ein Fenster des Fraktionszimmers der  Linken im alten Hückelhovener Rathaus zwei Schüsse abgegeben worden sein - so lauten zumindest Vermutungen. Die Polizei sieht die Sache gelassener und glaubt eher an Sachbeschädigung. Dass diese durch Schüsse verursacht wurde, sei eher unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, erklärte gestern ein Polizeisprecher. Da es sich aber um den Raum einer Partei handelt, sei die Angelegenheit von der Kreispolizei „standardgemäß“ an den Staatsschutz nach Aachen abgegeben worden.


Was war passiert? Am Dienstagabend hatte die  Linke in dem Fraktionszimmer getagt, das links neben dem rückwärtigen Eingang zum alten Rathaus liegt. Etwa gegen 22Uhr sollen die Sitzungsteilnehmer das Zimmer verlassen haben. Bis dahin sei noch alles in Ordnung gewesen, sagte der Hückelhovener Verwaltungssprecher Holger Loogen gestern. Am nächsten Morgen seien jedoch zwei Löcher entdeckt worden, eines in der Scheibe, ein anderes im Fensterrahmen. Bürgermeister Bernd Jansen habe im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung am Mittwochabend die Stadtverordneten über die „Sachbeschädigung“ informiert und erklärt, dass dieses Zimmer mit einer Sichtschutzmöglichkeit ausgestattet werden soll. Die Fensterscheibe wurde mittlerweile ausgetauscht, das Loch im Rahmen ist noch zu sehen. Bei der Polizei in Hückelhoven, so Loogen weiter, sei durch die Stadt als Eigentümerin des Rathauses Anzeige erstattet worden, am Donnerstag die Kripo vor Ort gewesen.


Während ein Sportschütze meint, dass das Loch durch ein 9-mm-Kaliber gestanzt worden sei, sehen die Beamten die Sache unaufgeregt. Die Polizei habe zwar eine Sachbeschädigung festgestellt, doch zweifle sie an Schüssen, da weder Projektile noch Patronenhülsen gefunden worden seien, wie ihr Sprecher weiter sagte. So gehe man dort lediglich von Gewalteinwirkung aus. Mit hundertprozentiger Sicherheit könne man Schüsse nach jetzigem Stand allerdings auch nicht ausschließen.


- /STEFAN CLAASSEN


Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Erkelenz
Ausgabe: Nr.266
Datum: Samstag, den 14. November 2009
Seite: Nr.12