Politiker gut präpariert bei Podiumsdiskussion des Ortsverbands Heinsberg der IG Bau zusammen mit dem „Bündnis für Menschenwürde und Arbeit“
Heinsberg-Oberbruch. „Bleibt die Menschenwürde auf der Strecke?“ lautete das Thema der Podiumsdiskussion, die der Ortsverband Heinsberg der Industriegewerkschaft Bau zusammen mit dem „Bündnis für Menschenwürde und Arbeit“ in der Festhalle Oberbruch veranstaltete. Auf dem Podium erschienen Gisela Johlke, Bundestagskandidatin für den Kreis Heinsberg von Bündnis 90/Die Grünen, Manfred Mingers, Mitglied des geschäftsführenden Kreisvorstandes von Die Linke, Andreas Rademachers, FDP-Bundestagskandidat für den Kreis Heinsberg, Walter Leo Schreinemachers, UB-UWG Kreis Heinsberg, und Norbert Spinrath, SPD-Bundestagskandidat für den Kreis Heinsberg. Moderiert wurde die Diskussion von Johannes Eschweiler, Mitglied im Bündnis für Menschenwürde und Arbeit sowie Vorsitzender des Hilfsvereins Amos.
„Wir haben Politiker eingeladen, um von ihnen zu erfahren, wie sie zu den Themen stehen, die uns in dieser Zeit der Finanzkrise bedrücken“, sagte Rudi Clemens vom Bündnis für Menschenwürde und Arbeit und Betriebsratsvorsitzender der Frauenrath-Bauunternehmen GmbH bei seiner Begrüßung. „Rentner, Arbeitnehmer, Menschen mit Behinderung, Kranke und Pflegebedürftige haben die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht verursacht. Deshalb dürfen sie auch jetzt nicht deren Opfer werden.“ Sozialabbau, Existenzangst, Armut, Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit und ungesicherte Arbeitsverhältnisse auf der einen und immenser Reichtum auf der anderen Seite spalteten die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer. „Es ist eine Bankrotterklärung des Sozialstaates, wenn Kinder in Deutschland nicht genug zu essen bekommen,“ so Clemens. Wachsende Armut sei ein Armutszeugnis für ein reiches Land wie Deutschland. Deshalb richtete er an die Politiker die Frage, wie sie dieser fatalen Fehlentwicklung gegensteuern wollten.
Konkret bezogen diese auf dem Podium Stellung zu folgenden Aspekten: Wie können Arbeitsplätze geschaffen werden, von deren Lohn man auch leben kann? Was muss getan werden, damit Arbeit nicht krank macht? Wie kann man sich Gesundheit wieder leisten? Oder wie soll es weitergehen mit den Minijobs, und was ist mit der Rente ab 67?
Die Politiker hatten sich gut präpariert und zitierten aus den Programmen ihrer Parteien - Anlass für das Publikum, sich einzumischen und nachzuhaken mit Einwürfen wie „Ich vermisse konkrete Aussagen über die tägliche Angst um den Arbeitsplatz“.
Fazit von Ralf Clemens war, dass man an einem Strang ziehen solle, das Beste aus allen Vorschlägen nehmen und daraus einen Konsens finden müsse. Man solle den Leuten ehrlich sagen, wie es um ihre Betriebe stehe, dann könne man gemeinsam Lösungen finden.
Abschließend waren die Teilnehmer eingeladen, ihre Sorgen, Ängste und Gedanken an eine extra aufgestellte Klagemauer zu heften. Mit dem Projekt „Klagemauer“ macht das „Bündnis für Menschenwürde und Arbeit“ in den Kreisen Aachen bis Krefeld private Nöte öffentlich und leitet daraus konkrete Forderungen an die Politik ab. So soll diese Mauer unüberhörbar und unübersehbar öffentliche Wirkung und kräftigen Rückenwind für ein neues Denken und Handeln erzeugen. (susch)<//span><//span> |