Drei Abgeordnete für den Kreis
Die beiden direkt gewählten CDU-Politiker Dr. Gerd Hachen und Bernd Krückel sowie die Grüne Dr. Ruth Seidl vertreten den Kreis Heinsberg im neuen Düsseldorfer Landtag. Wer von ihnen allerdings auf der Regierungsbank oder in der Opposition sitzen wird, ist noch offen.
VON ANDREAS SPEEN
Kreis Heinsberg Geschockt ist Christian Peters, der in Erkelenz, Wegberg, Hückelhoven und Wassenberg für die FDP um ein Direktmandat gekämpft hat. Im Kreishaus in Heinsberg sitzt er in einem tiefen Sessel und erklärt: ?Aufgrund der letzten Tage war ich nicht all zu optimistisch. Es ist nicht schön ansehen zu müssen, wie die eigene Partei abgesetzt wird, wobei die CDU die Verluste hat und nicht die FDP abgewählt wurde.? Dr. Gerd Hachen, der den Wahlkreis in den vergangenen fünf Jahren in Düsseldorf vertreten hat, ist der Schock über das ?sehr bittere Ergebnis? ebenfalls anzusehen. Große Freude strahlt hingegen Dr. Ruth Seidl aus, die ihr Ergebnis zur Landtagswahl 2005 mehr als verdoppelte.
Erneut zieht Dr. Gerd Hachen (CDU) als Direktkandidat in den Landtag ein. Er holte 46,73 Prozent der Erststimmen und mit den Christdemokraten 41,76 Prozent der Zweitstimmen. Ihn hat der landesweite Verlust der CDU tief getroffen. Drei Gründe nennt er dafür und eine enttäuschte Hoffnung: ?Die Wähler waren wegen der Steuersenkungsdebatte der FDP auf Bundesebene und den Finanzproblemen von Griechenland verunsichert, außerdem hat es eine Schmutzkampagne gegen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gegeben - ich hätte mir erhofft, dass Landesthemen bei der Abstimmung der Wähler eine größere Rolle spielen.? Dass die CDU und FDP abgewählt werden würden, hatte Hachen nicht erwartet: ?Ich habe bei den Podiumsdiskussionen oder in Gesprächen mit den Bürgern keine Wechselstimmung festgestellt.? Auf seine Person bezogen stimmt das, denn die Menschen in Erkelenz, Wegberg, Wassenberg und Hückelhoven wählten ihn wieder. Auch er verlor Prozentpunkte verglichen mit der Landtagswahl 2005.
Zufrieden ist Nicole von den Driesch. Die SPD-Politikerin hatte nicht erwartet, Hachen das Direktmandat streitig machen zu können. Umso mehr freute sie, 31,01 Prozent der Erststimmen und für die SPD 28,75 Prozent der Zweistimmen gewonnen zu haben. ?Ich wollte den Wechsel in NRW herbeiführen.? Das sei gelungen. ?Ich habe von Anfang an gesagt, ich möchte Rot-Grün - ich hoffe, dass es zu keiner großen Koalition kommt.?
Über mögliche Koalitionen macht sich Dr. Ruth Seidl ihre Gedanken: ?Unsere Themen sind Klimaschutz, Kraftwerke und Bildungspolitik - wir müssen als Grüne jetzt schauen, mit wem wir sie umsetzen können.? Dass das mit der CDU sein könnte, hat deren Direktkandidat Dr. Gerd Hachen gestern für eher unwahrscheinlich gehalten: ?Es gibt Bereiche, in denen ich mir die Koalition mit den Grünen vorstellen kann. Wegen des längeren gemeinsamen Lernens und der geforderten Gemeinschaftsschule kann ich mir eine Zusammenarbeit in meinen Bereichen allerdings nicht vorstellen.? Zweifel an der Richtigkeit einer großen Koalition mit der SPD habe er allerdings auch: ?Ich glaube nicht, dass die Bürger diese wollen.?
Christian Peters (FDP) errang 5,60 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 10 und Olaf Renner ( Linke) kam auf 6,42 Prozent. Sieger im Südkreis (Wahlkreis 9) war Bernd Krückel, der weiter für die CDU im Landtag sitzt: ?Trotz meines eigenen guten Ergebnisses kann bei mir nur mäßiger Jubel aufkommen.? Frage des Tages
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- /ANDREAS SPEEN
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Erkelenz
Ausgabe: Nr.108
Datum: Montag, den 10. Mai 2010