Don, 28. August 2008 Heinsberger Zeitung / Heinsberger Nachrichten
Paletten aus Holland: Chaos befürchtet
Der Stadt Wassenberg droht Lkw-Verkehr durch Logistik-Zentrum bei Roermond. „Strecke möglichst unattraktiv machen“.
Von Petra Wolters
Wassenberg/Hückelhoven. Ein Schreiben der Partei „Die Linke“ an Bürgermeister Manfred Winkens mit Bezug auf das hinter der Landesgrenze geplante Logistikzentrum war Thema in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.„Nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Wassenberg und Hückelhoven macht sich in der Bevölkerung großer Unmut breit“, so die Partei und bat darzulegen, „wie die Stadt Wassenberg mit dieser Problematik umgeht und welche Maßnahmen zum Schutze der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wassenberg diskutiert werden.“„Unsere Möglichkeiten sind sehr beschränkt“, erklärte der Bürgermeister in der Sitzung mit dem Hinweis darauf, dass die Stadt Wassenberg an der Planung auf niederländischem Gebiet nicht beteiligt ist. Unabhängig davon habe er jedoch die Thematik aufgegriffen. Er habe bereits Gespräche geführt mit dem Landrat und der Rechtsabteilung der Kreisverwaltung sowie mit dem Bürgermeister von Hückelhoven. Terminiert sei ein Gespräch mit der Bürgermeisterin von Roerdalen. „Wir müssen sehen, wie wir da jetzt einen Fuß in die Tür kriegen“, sagte er. Problem sei jedoch, dass selbst die Gemeinde Roerdalen, die man in ihrer ebenfalls ablehnenden Haltung unterstützen wolle, nicht an der Planung beteiligt sei. Der Landrat habe seine Unterstützung zugesagt, alles zu tun, um die befürchteten Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Es habe sich eine gewisse Besorgnis breit gemacht, hat er in einem Brief an den Bürgermeister von Roermond geschrieben, aus dem Winkens zitierte. Keine Rückmeldung Auf die Bitte um ein persönliches Gespräch habe es bisher jedoch noch keine Rückmeldung gegeben. Die Situation sei schwierig, weil sie von Seiten Roermonds derzeit so dargestellt werde, als würde aus dem künftigen Logistikzentrum kaum Verkehr in Richtung Deutschland abfließen, so Winkens weiter.Der Rat solle seine ablehnende Haltung in seiner nächsten Sitzung geschlossen deutlich machen, forderte Karl-Heinz Dohmen (CDU). Verhindern könnte man den Bau und die daraus resultierende Verkehrsbelastung für die L 117 vom Grenzübergang bis zur A 46 nicht, betonte Ernst Kluth (SPD). „Aber wir können die Strecke so unattraktiv wie möglich machen“, schlug er zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der gesamten Strecke vor. „Und einen kleinen, schnuckeligen Kreisverkehr können wir in Birgelen auch noch gebrauchen.“ Dann wartete er mit neuen Zahlen auf. Noch dieses Jahr seien in dem Lager, das 400 Arbeitsplätze bieten soll, 140 000 Paletten-Stellplätze geplant, 280 000 bis zum Jahr 2010. Es sei mit einem Palettenumschlag von 2,25 Millionen pro Jahr zu rechnen. Wenn man bedenke, dass ein 40-Tonnen-Lkw 34 Paletten fasse, könne man sich den zusätzlichen Verkehr einfach ausrechnen bei der Maßgabe, dass rund 70 Prozent davon über Deutschland abgefahren würden. „Das wird ein Chaos werden für uns!“ Den abschließenden Vorschlag von Siegfried Schröder (Bündnis 90/Die Grünen), kurzfristig auch mit der deutsch-niederländischen Raumordnungskommission Kontakt aufzunehmen, griff der Bürgermeister sofort auf.